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Tage des Kampfes

Fidel 23 y 12 abril 1961Am frühen Morgen hörte man Kampfgeräusche. Sie kamen etwas entfernt, vom Westen der Stadt. Ich ging auf den Balkon. Einige Milizionäre liefen die Anhöhe von Vedado hinunter, während andere gerade die Hemden ihrer Uniformen zugeknöpft hatten. Sehr schnell verbreitete sich die Information. Der Flughafen der Cuidad Libertad wurde bombardiert. Es war der Auftakt der bevorstehenden Invasion, die sich bereits seit dem Bruch der diplomatischen Beziehungen seitens Washingtons andeutete. Wir befanden uns am Vorabend von Playa Girón.

Von einem Gefühl im Tiefsten meines Bewussteins bewegt, beschloss die Genesungsphase zu unterbrechen, die mir eine Reihe von operativen Eingriffen aufgezwungen hatte. Ich gliederte mich in die Arbeit ein. Meine persönliche Reaktion war genau wie die vieler anderer, es war die der großen Mehrheit des Volkes, das nicht an der vordersten Linie des Kampfes sein würde. Aus der Nachhut heraus, lag es an uns, den normalen Gang des Landes sicherzustellen. Und so geschah es.

Mit großem Ernst, in Erwartung der Nachrichten des Geschehens, zeigte sich der kollektive Wunsch, die Nation zu verteidigen dadurch, dass alle Dienstleistungen pünktlich funktionierten und es zu einem Anstieg der Produktion kam. Konkret sah es so aus, dass der Widerstandsgeist die Kämpfer unterstützte, die unter dem Bombenhagel Richtung Playa Girón vorstießen und die Piloten, die mit ihren klapprigen Flugzeugen entscheidende Schläge ausführten. So erhob sich eine unüberwindliche Mauer vor dem Eindringling, der innerhalb von 72 Stunden besiegt wurde.

Nach der Bombardierung der Flughäfen, vor der riesigen Menge von Milizionären, die ihre Gewehre hochhielten, proklamierte Fidel den sozialistischen Charakter der Revolution. Dies war das organische Ergebnis eines seit dem Sieg der Revolution im Januar 1959 begonnenen Prozesses, der Teil des hundertjährigen Kampf für die nationale Befreiung war. Zum Zeitpunkt vonGirón waren kaum zwei Jahre seit dem Sturz Batistas vergangen. Jener Sieg, der vielen angesichts einer vom Imperium unterstützten Berufsarmee unwahrscheinlich erschien, gab dem Volk das Vertrauen in seine eigene Kraft zurück.

In der äußersten Tiefe des kollektiven moralischen Bewusstseins belebte der Sieg der Rebellen die ursprünglichen Quellen, die das Projekt der Nation inspirierten und im Gegensatz zu den skeptischen Strömungen standen, die sich aus den Auswirkungen der Frustrationen ergaben, die die Republik durch die Intervention der Vereinigten Staaten im Unabhängigkeitskrieg und dem darauffolgenden Aufzwingen des Platt Amendments erlebte. Faktisch setzte die revolutionäre Macht der traditionellen Einmischung der US-Botschafter in die inneren Angelegenheiten des Landes ein Ende, es sprach bei den internationalen Foren mit eigener Stimme und stärkte die Beziehungen zu den Ländern Lateinamerikas, mit denen es ein gemeinsames Schicksal teilte.

Die Reichtümer des Landes fielen wieder an die Nation zurück. Mit der aus der Verfassung von 1940 wiederbelebten Agrarreform erhielt der Bauer das Land, das er bearbeitete. Die Zeiten der Vertreibungen und der dramatischen Ereignisse, von denen Pablo de la Torriente Brau in Realengo 18 berichtete, waren zu Ende. Als Reaktion auf die von der US-Regierung angewandten Repressalien wurden die Erdölraffinerien und die Bank verstaatlicht.

Die Kultureinrichtungen hatten dabei allmählich Gestalt angenommen. Die Ausrichtung entsprach den Sehnsüchten, die in den Zeiten der neokolonialen Republik durch die im Geheimen stattfindende Arbeit der intellektuellen Schichten, obwohl von offizieller Seite im Stich gelassen, einen schöpferischen Geist lebendig erhielten, der von der Suche nach Wiedergewinnung des Wesens der Nation inspiriert war, ohne deswegen auf die lohnenswerte Assimilierung moderner Neuerungen, die über die Grenzen der Insel hinaus entstanden und auf den produktiven Dialog mit ihrem natürlichen Adressaten, dem bis dahin marginalisierten potenzielle Publikum zu verzichten.

Die Verlage brachten Bücher heraus, die in den Schubladen gehalten wurden. Die Theaterleute kamen aus ihren winzigen Zufluchtsstätten hervor und trafen auf ein breiteres Publikum.Die Zuschauer lernten die Sprache des Tanzes über das Nationale Ballett und über das experimentelle Werk der modernen Strömungen entziffern. Das ICAIC festigte die industrielle Graundlage für die Entwicklung eines eigenen Kinos. Die Forscher der Volkskunst brachte das lebendige Hinterlassenschaft unseres afrikanischen Erbes auf die Bühne, um es so zu legimieren. Sie zeigten so einige unserer historisch an den Wand gedrängten Wesenszüge. Die Casa de las Américas richtete Brücken für einen Dialog nie dagewesener Intensität mit ganz Lateinamerika ein.

Kaum 72 Stunden waren nach der Landung in Playa Girón vergangen. Die bekannte Schauspielerin Raquel Revuelta verlas das Kommuniqué des Sieges.Der Invasor konnte nicht den Brückenkopf am Strand errichten, der notwendig gewesen wäre, um das Eingreifen der OAS zu fordern. Vereint in seinem Widerstand hatte das Volk mit einer Kraft eingegriffen , die es ihm ermöglichen würde, sich anderen Kämpfen zu stellen. Der Geist der wiedereroberten Nation hat in Girón Gestalt angenommen.

Mit dem Blick auf die Zukunft gerichtet, inmitten des Kampfes, ging die Alphabetisierungskampagne weiter.

(Granma)

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