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Es scheint, Fidel wird sprechen

PlazaEs genügte einfach eine dicht gedrängte Menschenmenge zu sehen, die aus irgendeinem Grund da stand, dass irgendeiner sagte: „Soviel Leute hier, es scheint Fidel wird sprechen“.

Dieser Spruch ist im Herzen des Volkes verwurzelt, seit der junge Revolutionsführer siegreich in die Geschichte Kubas eintrat. Seit den Tagen der Moncada, als er beschloss, seine Verteidigung selbst zu übernehmen und die im Gerichtssaal Anwesenden sprachlos zurückließ. Seit jenen Tagen, an denen er versicherte, dass die Geschichte, die sich nichts anderem als der Wahrheit verpflichtet sieht, ihn freisprechen und das letzte Wort sprechen werde.

Fidel hat es nie an Tiefgründigem gefehlt, das er zu sagen hatte und auch nie an einem Publikum, das ihm zuhörte. Seine Stimme war ruhig, geriet in Schwung, wenn besonders tiefsinnige Aussagen in seiner Rede erschienen, die sich später in Aphorismen verwandelten, an die das Volk glaubte und die es sich zu eigen machte; denn wenn er sprach, war dies immer im Namen des Volkes.

Die Revolution wurde mit Blut und Taten erreicht und Fidel war ihr Sprachrohr. Seine Worte legen Zeugnis von jeder revolutionären Etappe ab, jedem historischen Moment. Erfolge und Misserfolge wurden immer vollständig in seinen Reden behandelt, die selten gelesen wurden, weil zu jeder Idee, die er vorhatte anzusprechen, die er vielleicht sogar notiert hatte, um die Rede zu strukturieren, kam die Emotion hinzu, sein Protagonismus immer zur Stelle zu sein, wo er gebraucht wurde.

Seine Redekunst war die Schule, in der wir lernten nicht zu wanken, den ständigen Stolpersteinen zu widerstehen, die uns ein Feind in den Weg legte, der die Reinheit unseres Glanzes nicht ertragen konnte, und deshalb alle Söhne und Töchter Kubas mit Schmutz bewarf. Fidels Rede wies uns die Richtung. Wenn Fidel sprach, sah sich der Optimist verstärkt, der Niedergeschlagene schöpfte Mut und der Gegner wurde wütend oder fürchtete sich. Jahrzehnte lang lenkte er mit seiner Stimme und seinem Körper unser neues Vaterland, das, was die historische Generation erobert hatte, das er anführte und das wir, seine Söhne und Töchter, unter der Macht seines Denkens aufbauten.

Ich erinnere mich seit meiner Kindheit an jene traurigen Tage, als die Niedertracht Gestalt annahm und ein kubanisches Flugzeug während des Fluges explodieren ließ, um Terror unter den Kubanern zu verbreiten.Ich erinnere mich an jene Worte, die aus der Wut der Entrüstung einen Giganten entstanden und mit denen er der Ungerechtigkeit ihre zitternde Feigheit angesichts der Klagen eines energischen und mannhaften Volkes ins Gesicht schleuderte.

Unvergesslich ist auch, als er von der Antiimperialistischen Tribüne aus, dem US-Präsidenten George W. Bush – der Kuba betreffend geäußert hatte, dass die Würfel für unser Schicksal gefallen seien – mit jenen überzeugenden Worten gegenübertrat: „Ich habe das Vergnügen, mich wie die römischen Gladiatoren zu verabschieden, bevor sie im Zirkus kämpften: Salve Caesar, die Todgeweihten grüßen dich.

Ich bedauere nur, dass ich Ihnen dabei nicht ins Gesicht sehen kann, weil in diesem Fall Sie Tausende Kilometer entfernt wären und ich an vorderster Front stehen würde, um bei der Verteidigung meines Vaterlandes im Namen des kubanischen Volkes zu sterben.“

Kuba glaubte, an das was er sagte, weil er das Wort nicht von der Tat trennte, weil er seinen Leuten das Gesicht zuwandte, weil er, wenn er sprach immer im Auge hatte, was bei seinen Zuhörern vor sich ging. Wir brauchten seine Stimme.

Als die Jahre ihn zu einem Ruhestand führten, an den er nicht glaubte, wählte er das gesprochene Wort in einem makellosen Journalismus, aus dem man den aufmerksamen und kämpferischen Führer spüren konnte, der über das Volk wacht, das ihn verehrt. An seinen Worten hat es uns nie gefehlt.

Heute beginnt die unerbittliche Reise, denn wir werden geboren, um zu sterben. Aber wie mir ein lieber Freund sagte: Selbst als Toter sammelt er noch die Menschen um sich. Ein ganzes Volk zieht nicht unaufhörlich über die Plaza in Havanna wie überall im Land, nur um sich von seinen sterblichen Überresten zu verabschieden und um ihn zu begleiten. Für jeden einzelnen von uns hat Fidel etwas zu sagen. Die Menschen drängen sich zusammen, als ob er dort sprechen würde. Ich habe auch nicht den geringsten Zweifel daran, dass Fidel auf der Plaza zu uns spricht.

(Granma)

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