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Charlottesville, das weiße Gesicht des Extremismus

eeuu charmmlottesvilleWährend der hegemonische Diskurs dem Terrorismus einen Turban anzieht und ihm ein arabisches Gesicht gibt, erinnern uns Vorfälle wie die am Wochenende in Charlottesville, Virginia, dass der Extremismus sehr unterschiedliche Gesichter hat und sich manchmal mitten im Westen versteckt.

Der Ausbruch von Gewalt in Charlottesville, ein Ort, der wegen seiner von der Universität ausgehenden Pluralität inmitten eines konservativen Staates berühmt ist, geht auf das 19. Jahrhundert zurück, auf die noch offenen Wunden, die der Bürgerkrieg in den USA zurückgelassen hat.

Tausende von weißen Nationalisten gingen am Samstag wegen der Beseitigung einer Statue des Generals RoberT E. Lee auf die Straße, der die Armee der Anhänger der Sklaverei des Südens im Krieg gegen die von Abraham Lincoln angeführte Union des Nordens befehligte. Währenddessen mobilisierten sich Menschenrechtsorganisationen, um diese Maßnahme zu unterstützen.

Die Gruppen stießen am Wochenende aufeinander und es gab Tränengasattacken von beiden Seiten, wie lokale Medien berichten. Die Spannung stieg jedoch an, als ein PKW in die Gegner der ultrarechten Demonstration fuhr und dabei eine Person tötete und 19 Menschen verletzte.

Der mutmaßliche Fahrer des Wagens, der 20jährige James Fields wurde vom FBI unter dem Verdacht des Mordes zweiten Grades verhaftet. Seine Lehrer aus dem Staat Ohio sagten gegenüber der Presse, dass Fields vom Nazismus und von Adolf Hitler fasziniert gewesen sei.

Der Angriff, der als terroristischer Akt gewertet wird, erzeugte überall in den Vereinigten Empörung. Die Erklärung Donald Trumps hingegen trug wenig zur Beruhigung der Gemüter bei sondern führte stattdessen zu einer Welle von Kritik.

„Wir verurteilen ganz deutlich diesen skandalöse Demonstration von Hass, Fanatismus und Gewalt, die von vielen Orten ausging“, sagte Trump in einer ersten Reaktion von einem Golfplatz im Staat New Jersey aus.

Tausende von Kommentaren in den sozialen Netzen und Politiker beider Parteien forderten vom Präsidenten in seinen Kritiken expliziter zu sein und die Extremisten beim Namen zu nennen.

Am Montag schließlich sagte der Präsident bei einem Auftritt im Weißen Haus: „Der Rassismus ist schlecht und diejenigen, die Gewalt in seinem Namen verursachen sind Kriminelle und Schläger; Ku Klux Klan, Neonazis, weiße Suprematisten und andere Hassgruppen lehnen alles ab, was wir als US-Bürger wünschen.“

Die anfängliche Vagheit Trumps hat viel mit seiner Popularität im radikalsten Sektor der Weißen der USA zu tun, die den Schlüssel für seinen Sieg in den letzten Wahlen bildete.

„Ich würde ihm empfehlen in den Spiegel zu schauen und sich daran zu erinnnern, dass es die weißen US-Bürger waren, die ihn auf den Präsidentenstuhl gebracht haben und nicht die radikalen Linken“, sagte der der ehemalige Ku Klux Klan (KKK) Führer David Duke.

Die KKK, der nach dem Bürgerkrieg entstanden war und dessen Mitglieder dadurch bekannt wurden, dass sie weiße Kapuzen trugen und öffentliches Lynchen begingen, dehnte sich im 20. Jahrhundert auf die gesamten Vereinigten Staaten aus. In seiner besten Phase schätzte man seine Mitgliederzahl auf 5 Millionen, aktuell geht man von Zahlen zwischen 5000 und 8000 aus.

Die Präsidentenkampagne des republikanischen Kandidaten, die sich durch Kritik an Immigranten, frauenfeindliche Kommentare und nationalistische Höhenflüge auszeichnete, war ein Impuls für die extremistischen Ideen in den USA.

Faktisch ordnet sich ein Teil der Beratergruppe Trumps innerhalb der „Alt-right“ (alternativen Rechten) ein, die angeblich die Korruption in der Politik kritisiert, aber mit radikalen und suprematistischen Ideen in Verbindung gebracht wird.

Mitglieder der Exekutive wie der Justizminister Jeff Sessions hat auch eine umstrittene Vergangenheit. Im Jahr 1986 gelang es ihm nicht die Zustimmung als Justizminister zu bekommen, nachdem Erklärungen durchsickerten, in denen er die Arbeit des Ku Klux Klan anerkannte und dessen Mitgliedern nur vorwarf, Marihuana zu rauchen.

Nach Daten der Bürgerrechtsorganisation Southern Poverty Law Center wurden in den 10 Tagen nach der Wahl Trumps 900 Vorfälle registriert, die mit Vorurteilen gegen Minderheiten in Zusammenhang standen.

Zur Zeit überwacht die Organisation etwa 1.600 extremistische Gruppen wie jene, die die Unruhen in Charlottesville provozierten.

(Granma)

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