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Bolivien gibt Dokumente aus Zeiten der Diktatur frei

BoliviaDas bolivianische Außenministerium wird diplomatische Dokumente aus der Zeitspanne der Diktaturen von 1966 bis 1979 freigeben, damit die Angehörigen von Getöteten und Verschwundenen die Spuren dieser Verbrechen verfolgen können

Boliviens Außenminister David Choquehuanca sagte auf einer Veranstaltung, dass man diese Entscheidung getroffen habe, um „das historische Gedächtnis über die Vorgänge in der Zeit der Diktaturen zu bewahren“ und zu enthüllen, wie sich die Diplomaten von damals verhalten haben.

Er fügte hinzu, dass die neuen Generationen über die Zeiten der Diktatur Bescheid wissen müssten und dass es notwendig sei, die Geschichte wieder neu zu schreiben und unverblümt „die Methodik des Massakers“ aufzuzeigen, „die systematisch angewandt wurde, um die Völker unserer Region zu unterdrücken und zu dominieren“.

“Für uns ist diese Deklassifizierung sehr wichtig, denn durch den Kampf der Organisationen von Angehörigen auf dem ganzen Kontinent hat sich bereits das Recht etabliert, die Wahrheit zu erfahren und hierfür bedarf es des Zugangs zu Archiven“, äußerte sich die Menschenrechtsaktivistin Ruth Llanos gegenüber Prensa Latina.

Llanos, die auch Geschäftsführerin der Vereinigung der Angehörigen von Verhafteten und Verschwundenen (Asofam) ist, erinnerte daran, dass es 18 Jahre der Diktatur waren, in denen Hunderte von Menschen Folter und Verfolgung erleiden mussten, während andere zu Tode kamen bzw. verschwanden.

Asofam werde die Bildung eines multidisziplinären Ausschusses fordern, der die ganze Dokumentation analysieren solle.

Eine weitere Forderung der Vereinigung besteht darin, eine Wahrheitskommission zu schaffen, um die Verbrechen zu untersuchen, den Verbleib ihrer Verwandten zu erfahren und die materiellen und geistigen Täter ausfindig zu machen.

Familienangehörige der Opfer, Regierungsmitglieder und Vertreter des diplomatischen Korps nahmen am Akt der Freigabe der Dokumente teil.

Die Archive umfassen alle diplomatischen Aktivitäten der diktatorischen Regierung von Hugo Banzer Suárez (1971-1978), Teile des Plans Condor, einer von südamerikanischen Militärs koordinierten Operation mit dem Ziel, linke Führer zu eliminieren.

Die Freigabe schließt auch diplomatische Archive der Militärregierung von René Barrientos ein, unter dessen Mandat die Guerilla des argentinisch-kubanischen Revolutionärs Ernesto Che Guevara vernichtet wurde (der selbst am 9. Oktober 1967 gewaltsam zu Tode kam).

Choquehuanca forderte seine Kollegen aus anderen Ministerien dazu auf, ihrerseits Dokumente aus den Diktaturen zu suchen und freizugeben.

(Granma)

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