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Zurück auf dem Gipfel der Welt

Cuba boxeo campionGut, wir können es mit lauter Stimme verkünden: Nach zehn langen Jahren des Hoffens und Bangens dominiert Kuba endlich wieder auf einer Weltmeisterschaft im Boxen, nachdem Joahnys Argilagos (49 kg) und Arlen López (75 kg) am Mittwoch den Titel in Doha gewannen.

Mit gerade mal 18 Jahren – wer hätte das gedacht! – lieferte Argilagos einmal mehr in der Sportarena der Hauptstadt von Katar eine superbe Leistung ab und besiegte den russischen Europameister Wassili Jegorow. Er deckte sich gut mit den Unterarmen gegen dessen Ansturm und ging bei jedem Schlagabtausch in den Infight, wobei er auf eine Chance lauerte, sich einen Vorteil zu verschaffen. Dies gelang ihm definitiv in der zweiten Runde, als er seinen Gegner mit Schlägen eindeckte, während er mittels seiner schnellen Beine die Fäuste seines Gegners auf Distanz hielt.

In der dritten und letzten Runde verringerte der Camagüeyaner ein wenig das Tempo – aus Sicherheitsgründen, wusste er doch, dass er bereits gewonnen hatte. Das Urteil war knapp, aber einmütig (dreimal 29:28).

Währenddessen bot Arlen López gegen den Usbeken Bektemir Melikuziev eine regelrechte boxerische Fechtvorstellung. Die Punkrichter schenkten seinem Gegner die letzte Runde als „Trinkgeld“, aber mehr konnten sie ihm nicht bewilligen. Der Guantanamero gewann den 69. Titel für Kuba bei Boxweltmeisterschaften.

Wer wird den 70. holen? Das wird man abwarten müssen. Am heutigen Donnerstag steigen Yosbany Veitía (52 kg), Lázaro Álvarez (60 kg) und Julio César de la Cruz (81 kg) gegen die Aserbaidschaner Elvin Mamishzada und Albert Selimov und den Iren Joe Ward in den Ring. Indessen wird sich daran, dass Kuba zum ersten Mal seit Mianyang 2005 wieder ganz oben im Medaillenspiegel steht, nichts mehr ändern.

Der Grund dafür ist rein arithmetisch. Russland, das drei Boxer in den Finals hatte, konnte nur zwei Titel erkämpfen. Einer davon ging an Jewgeni Tishenko, der in der 91 kg Kategorie Erislandy Savón besiegte. Der Russe überragte ihn an Körpergröße und vielleicht hatte Savón nicht die Mobilität und die Reflexe früherer Male. Die dritte Runde ging eindeutig an seinen Kontrahenten und es kann keinen Zweifel daran geben, dass er zu Recht (mit 27-30, 28-29 und 28-29) zum Verlierer erklärt wurde, wodurch er ein weiteres Mal das Ticket für die Olympischen Spiele verpasste – gegen einen Gegner, der sein Silber von vor zwei Jahren nun zu Gold machte. Die zweite russische Goldmedaille holte Witali Dunaytsev gegen Fazliddin Gaibnazarov aus Usbekistan.

Die von den Kubanern eingefahrene Ernte ist jetzt schon unerreichbar für jedes andere Land, denn auch wenn jeder der drei heute im Finale antretenden Kubaner seinen Kampf verlöre, was ziemlich unwahrscheinlich ist, wäre man durch drei gewonnene Silbermedaillen (mit der von Erislandy vier) nicht mehr vom ersten Platz zu verdrängen.

(Granma)

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