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Washington feiert sich beim Präsidenten

Obama cena con la prensaEs ist Washingtons Nacht der Nächte, das jährliche Galadinner der im Weißen Haus akkreditierten Journalisten mit dem Präsidenten. Obama zeigte sich als routinierter Darsteller mit Witz und Ironie.

Bei dem glanzvollen Bankett nimmt US-Präsident Barack Obama stets sich und andere auf die Schippe: “Nach sechs Jahren im Amt sagen Leute immer noch, dass ich arrogant bin. Distanziert, herablassend. Leute sind so doof. Deshalb treffe ich mich nicht mit ihnen”, scherzte er vor den 2600 geladenen Gästen. In der Menge in einem Ballsaal des Washingtoner Hilton Hotels brandet Gelächter auf und Obama genießt das Echo sichtlich. Das was der demokratische Präsident sagt, findet schließlich nicht immer derart großen Beifall.

Eine “lahme Ente” kann genüsslich austeilen
Der Präsident ist traditionell Stargast des Festbanketts und seine – möglichst launige – Rede bildet den Höhepunkt der Veranstaltung. Für Obama ist es bereits der siebte Auftritt. Außerdem hat er wiederholt in Fernsehtalkshows und bei anderen Gelegenheiten seine humorige Ader gezeigt und sich dabei jedes Mal gesteigert. So witzelte er vor Kurzem, es habe seine Vorzüge, eine “lahme Ente” zu sein und nicht mehr wiedergewählt werden zu können: Das befreit, man kann genüsslicher austeilen.
Manche seiner Scherze kommen immer wieder vor. So auch seine Bemerkung, wie die Jahre im Amt ihn haben altern lassen: “Ich sehe so alt aus, dass John Boehner schon Benjamin Netanjahu eingeladen hat, auf meiner Beerdigung zu sprechen”, scherzte er über den republikanischen Sprecher des Abgeordnetenhauses, der unlängst am Weißen Haus vorbei den israelischen Regierungschef zu einer Rede im Kongress eingeladen hatte.
Mitgefühl für Hillary
Aber bis es auf den Friedhof gehe, müsse er noch viel leisten, so der 53-Jährige: ein kaputtes Einwanderungssystem reparieren, Vetodrohungen ausstoßen und mit dem Iran verhandeln. Auch über seine ehemalige Außenministerin Hillary Clinton, die sich bei auf Seiten der Demokraten um seine Nachfolge 2016 bewirbt und sich zum Wahlkampfauftakt bei einem Besuch im Bundesstaat Iowa überaus betont volksnah gegeben hat, witzelte der Präsident. Er habe eine Freundin, die noch vor ein paar Wochen Millionen verdient habe. Jetzt lebe sie in einem Campingwagen.
Zum Schreien komisch wurde es schließlich, als Obama seine Rede von einem so genanntem “anger translator” mit Namen Luther “übersetzen” ließ. Der Schauspieler Keegan-Michael Key aus der Comedy-Serie Key&Peele trat dabei als eine Art zweiter Obama auf, der die vermeintlich fiesen Hintergedanken des Präsidenten aussprach und das Publikum zu Beifallsstürmen hinriss.
Das Galadinner hat sich über die Jahre zu einem TV-Spektakel entwickelt mit einem rotem Teppich wie in Hollywood. Das gefällt nicht allen in der US-Medienwelt. Viele halten die Gala auch für ein zu enges “Geschmuse” zwischen Medien und Politik.

(DW-TV)

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