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	<title>Cubadebate (Deutsch) &#187; Rumäniendeutschen</title>
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		<title>„Wir wollen die Deutschstämmigen zurück“-Rezension eines Buches über die Aktion „Rückgewinnung“ der Rumäniendeutschen</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Sep 2011 20:32:46 +0000</pubDate>
<dc:creator>Cubadebate</dc:creator>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Rumäniendeutschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Aufsehen erregende Arbeit von Historikern des rumänischen Nationalen Rates für das Studium der Securitate-Archive (CNSAS) räumt mit liebgewonnenen Legenden auf. Dokumente aus den Archiven des Geheimdienstes »Securitate« zeigen auf, dass die Initiative zur Auwanderung der Rumäniendeutschen vor 1989 – entgegen der bisherigen landläufigen Meinung – von Deutschland ausging.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Uwe Detemple</strong></p>
<p><strong>(Tlaxcala)</strong></p>
<p>Infolge des so genannten Wirtschaftswunders  sah sich die westdeutsche Wirtschaft ab Ende der 1950er Jahre mit einem  massiven Arbeitskräftemangel konfrontiert. Dem wirkte man mit der  Anwerbung von Arbeitskräften aus Südeuropa, Nordafrika und der Türkei  entgegen. Die Engpässe verstärkten sich ab 1961 noch, da – bedingt durch  den Mauerbau in Berlin – der Arbeitskräftezustrom aus der DDR  versiegte. Die BRD unternahm ab diesem Zeitpunkt zahlreiche Demarchen  bei allen osteuropäischen Staaten mit deutscher Minderheit. Nach  Rumänien schickte die Bundesregierung Emissäre – die Juristen Ewald  Garlepp und Heinz Günther Hüsch –, die die Aufgabe hatten, so viele  Rumäniendeutsche wie möglich aus Rumänien herauszuholen, da diesen eine  außergewöhnliche Arbeitsethik und hohes Integrationspotential  zugeschrieben wurde. Trotz der vorgeblichen humanitären Mission  (Familienzusammenführung, Heiratsgenehmigungen), wurde Hüsch, wie aus  den Aufzeichnungen der Securitate hervorgeht, mitunter deutlich: »Wir  wollen die Deutschstämmigen zurück.« Dafür war Deutschland gewillt,  Ausgleichszahlungen für dem rumänischen Staat entstandene Kosten für die  Schulbildung der Auswanderer und den Rumänien entstandenen  wirtschaftlichen Schaden zu leisten. Die Initiative ging dabei stets von  deutscher Seite aus. Auch nach dem Anwerbestopp 1973 forderte  Deutschland von Rumänien mit Nachdruck die Intensivierung der  Auswanderungen.</p>
<p>Parallel mit der Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation in  Rumänien stieg der Auswanderungswille bei immer mehr Betroffenen an.  Seit dem Besuch von Bundeskanzler Helmut Schmidt im Jahr 1978 verfiel  die deutsche Minderheit in eine regelrechte Auswanderungspsychose. In  seiner Analyse über die Faktoren, die die Massenauswanderung der  Rumäniendeutschen beeinflusst haben, identifiziert der Historiker  Hans-Christian Maner neben den generellen politischen Rahmenbedingungen  vor allem »wirtschaftliche Überlegungen und die Verlockungen des  Reichtums der bundesrepublikanischen Gesellschaft«.</p>
<p style="text-align: center"><img class="size-full wp-image-2475 aligncenter" src="/files/2011/09/aleman.jpg" alt="Offizieller Besuch des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland, Helmut Schmidt, in Rumänien. Während der Begegnung zwischen Präsident Nicolae Ceaușescu und dem Bundeskanzler (6.-7.1.1978). Foto #BA238, Fototeca online a comunismului românesc [Online-Photothek des rumänischen Kommunismus], ANIC, 8/1978.  (2011-07-28)." width="580" height="399" /></p>
<p>Früh erkannte der Dichter und Vorsitzende des <em>Rates der Werktätigen deutscher Nationalität im Kreis Temesch</em>,  Nikolaus Berwanger, die existenzbedrohenden Folgen, die mit der so  genannten Familienzusammenführung für die Deutschen in Rumänien am  Horizont sichtbar wurden. Mit historischer Weitsicht warnte er, dass das  »großartige Kolonisationswerk des alten Österreich« (sic) zugrunde  gehen werde, wenn die Auswanderung nicht gestoppt würde. Berwanger  setzte sich vehement für den Verbleib der deutschen Minderheit in  Rumänien ein. Er argumentierte, dass die Deutschen, die seit ihrer  Ansiedlung mehrmals mit harten Schicksalsschlägen konfrontiert wurden,  auch die Zeit der Diktatur überstehen werden. Diese Perspektive war  durchaus realistisch. Als das Ceaușescu-Regime 1989 gestürzt wurde,  beteiligte sich die deutsche Minderheit aktiv an der Revolution, sie  hatte auch Tote und Verletzte aus ihren Reihen zu beklagen. Mit der neu  gewonnenen Freiheit wusste sie aber nichts anzufangen; sie sah nur das  »offene Tor«. Unter diesen Umständen verhallten die Appelle der  Revolutionäre vom Balkon der Oper in Temeswar, die schon am 20. Dezember  »Gleichheit zwischen allen Nationalitäten« forderten und die Deutschen  zum Bleiben aufriefen, vergeblich. Wenn es noch eines Beweises bedurft  hätte, dass das eigentliche Interesse der großen Mehrheit der  Rumäniendeutschen nicht primär auf den Erhalt der eigenen Identität oder  dem Leben in einer freien, demokratischen Gesellschaft galt, sondern  auf rein ökonomische Gesichtspunkte, auf den erhofften Wohlstand in  Deutschland, fixiert war: Gleich nach dem Sieg der Revolution verließen  111 150 Deutsche fluchtartig das Land!</p>
<p>Als Ergebnis der 28 Jahre andauernden Zusammenarbeit der deutschen  Seite mit der Securitate sind im Zeitraum 1962-1989 ca. 230 000  Deutschstämmige nach Westdeutschland ausgewandert. In den  Geheimverhandlungen wurden nicht nur Ausgleichszahlungen an Rumänien in  Höhe von – geschätzt – über einer Milliarde DM vereinbart, sondern auch  die Lieferung von leistungsfähiger Überwachungstechnik an den  rumänischen Geheimdienst. Die Förderng der massiven Auswanderung durch  die Praxis der Kopfgeldzahlungen an das Ceaușescu-Regime erwies sich als  Fortsetzung der Umsiedlungs- und Evakuierungsaktionen in den 1940er  Jahren, als im Rahmen von Hitlers »neuer Ordnung der ethnographischen  Verhältnisse«[1] in Europa 231 000 Rumäniendeutsche aus Bessarabien, der  Bukowina, der Dobrudscha, Nordsiebenbürgen und dem Banat »heim ins  Reich« geholt wurden. Staatliche deutsche Stellen trugen so entscheidend  zum (fast vollständigen) Verschwinden des deutschen Bevölkerungsanteils  Rumäniens bei. Diese Erkenntnis ist für manche vielleicht unbequem –  das Buch »Acțiunea „Recuperarea”« dokumentiert jedoch diesen Sachverhalt  eindrucksvoll auf fast 1000 Seiten.</p>
<div><img class="alignleft size-full wp-image-2477" src="/files/2011/09/aleman-1.jpg" alt="[1] Die Umsiedlungsaktionen haben ihren Ursprung in Adolf Hitlers Reichstagsrede vom 6. Oktober 1939 zum Zerfall des polnischen Staates infolge der deutschen Besetzung. Darin äußerte er, das im „Zeitalter des Nationaliätenprinzips und des Rassegedankens“ eine „neue Ordnung der ethnographischen Verhältnisse“ notwendig sei. Das bezog er nicht nur auf den Raum Polen, sondern sprach auch vom weiteren Osten und Südosten Europas, der mit „nichthaltbaren Splittern des deutschen Volkstums“ gefüllt sei.(wikipedia)" width="300" height="456" />Florica Dobre, Florian Banu, Luminița Banu, Laura Stancu</p>
<p><em>Acțiunea  „Recuperarea”. Securitatea și emigrarea germanilor din România  (1962-1989)</em> [Aktion „Rückgewinnung”. Die Securitate und die Auswanderung der Rumäniendeutschen (1962-1989)].</p>
<p>Bukarest: Editura  enciclopedică 2011. 943 Seiten. ISBN 978-973-45-0628-6.</p></div>
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