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	<title>Cubadebate (Deutsch) &#187; Philipp Rösler</title>
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		<title>Was erlauben, Rösler!</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Sep 2011 13:05:19 +0000</pubDate>
<dc:creator>Cubadebate</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Show oder ernsthafter Dissens beim Umgang mit der Euro-Krise? Am Mittwoch hatte es den Anschein, als stellten sich führende Vertreter der kleineren Koalitionsparteien FDP und CSU gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die hatte noch zu Wochenbeginn Zurückhaltung bei öffentlichen Äußerungen gefordert und zur Geschlossenheit aufgerufen, nachdem FDP-Chef Philipp Rösler eine geordnete Pleite Griechenlands ins Gespräch gebracht hatte. Von Zurückhaltung war allerdings nichts zu spüren. FDP-Generalsekretär Christian Lindner zeigte sich demonstrativ renitent, und eine ganze Phalanx von Liberalen stellte sich hinter ihren Vorsitzenden.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-2469" src="/files/2011/09/rosler-y-merkel.jpg" alt="Kanzlerin Angela Merkel und Vizekanzler Philipp Rösler: Die künftige Marschrichtung fest im Blick" width="300" height="250" />Show oder ernsthafter Dissens beim Umgang mit der Euro-Krise? Am  Mittwoch hatte es den Anschein, als stellten sich führende Vertreter der  kleineren Koalitionsparteien FDP und CSU gegen Bundeskanzlerin Angela  Merkel (CDU). Die hatte noch zu Wochenbeginn Zurückhaltung bei  öffentlichen Äußerungen gefordert und zur Geschlossenheit aufgerufen,  nachdem FDP-Chef Philipp Rösler eine geordnete Pleite Griechenlands ins  Gespräch gebracht hatte. Von Zurückhaltung war allerdings nichts zu  spüren. FDP-Generalsekretär Christian Lindner zeigte sich demonstrativ  renitent, und eine ganze Phalanx von Liberalen stellte sich hinter ihren  Vorsitzenden.</p>
<p>Rösler habe nur Selbstverständlichkeiten ausgesprochen, sagte Lindner  der Financial Times Deutschland (Mittwochausgabe). Sowohl die  Finanzmärkte als auch die Menschen in Deutschland und Griechenland  bräuchten langfristig Klarheit. »Das geht nicht dadurch, daß man ein  Schweigegelübde ablegt.«</p>
<p>FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms zeigte sich erstaunt über die  Debatte. Das Insolvenzverfahren für Staaten sei »auf der Agenda der  Europäischen Union und der Bundesregierung«. Man solle nicht so tun,  »als wäre das eine neue Idee« beschied er in einem Gespräch mit dem  Sender HR Info. Der saarländische Wirtschaftsminister Christoph Hartmann  warf Merkel in der Saarbrücker Zeitung vor, ein »kategorisches  Denkverbot« ausgesprochen zu haben. Auch FDP-Fraktionschef Rainer  Brüderle wollte das Verdikt der Kanzlerin nicht gelten lassen. Zwar  müsse man mit der aktuellen Situation in Europa umsichtig umgehen, sagte  er im ARD-Morgenmagazin. »Aber es geht doch nicht, daß man einfach ein  Tabu darüber legt.«</p>
<p>Auf Distanz zur Regierungslinie ging auch Bundesverkehrsminister Peter  Ramsauer, als er vor den Risiken der europäischen »Rettungsschirme«  warnte. Der geplante permanente Stabilitätsmechanismus ESM »würde uns  zum Teil Zahlungsverpflichtungen diktieren, über die das Parlament keine  Kontrollmöglichkeiten mehr hat. Das ginge an die Grundfesten der  parlamentarischen Haushaltshoheit«, sagte der CSU-Vize der Wochenzeitung  Die Zeit.</p>
<p>Ob das alles ernstgemeint ist oder nur ein weiterer Profilierungsversuch  der schwer angeschlagenen Liberalen? Eine Pleite Griechenlands gilt den  meisten Politikern, dem Finanzkapital und nicht zuletzt den  Konzernmedien als europäischer Sündenfall. In breiten Kreisen des  bundesdeutschen Bürgertums gibt es jedoch erhebliche Bedenken gegen die  permanenten Rettungsversuche. Wie tief die gesellschaftliche Spaltung  geht, wurde zuletzt am Rücktritt des deutschen Führungsmitglieds der  Europäischen Zentralbank (EZB), Jürgen Stark, deutlich, der für eine  konservative, den Maastricht-Verträgen adäquate Geldpolitik stand.</p>
<p>Bei der gesamten Debatte wird indes immer noch Klartext vermieden.  Politisch ist die Euro-Krise – wenn überhaupt – wohl nur auf zwei Wegen  zu entschärfen: Die Einrichtung einer Haftungsunion aller Euro-Staaten,  in der die wirtschaftlich starken für die schwächeren Staaten einstehen,  oder den Ausschluß bzw. den Austritt der Pleitekandidaten aus dem  Euro-Verbund. Ersteres bedingt die Aufgabe nationaler Hoheitsrechte, für  die es derzeit keinerlei rechtliche Grundlagen gibt. Ein Ausscheiden  auch nur eines Staates aus der Währungsunion birgt die Gefahr des  Auseinanderbrechens dieses Konstruktes. Ein dritter Lösungsweg – die  Zähmung des Finanzkapitals durch weltweit verbindliche Regeln gegen  Spekulationsgeschäfte – scheint ausgeschlossen. Zu stark profitieren  Banken, Fonds und Anleger davon und zu sehr hängen ganze  Volkswirtschaften (z.B. Großbritannien) von den »Erträgen« derart  parasitärer Geschäftsmodelle ab.</p>
<p><strong>(Jungewelt)</strong></p>
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